Employer BrandingEmployee Life Cycle; Employer Brand; Mitarbeiterreise; Arbeitgebermarke

Employee Life Cycle: Wie Sie Glückserlebnisse gestalten

Employee Life Cycle; Employer Brand; Mitarbeiterreise; Arbeitgebermarke

von Christoph Jordi

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Machen Sie noch Personaldienst oder gestalten Sie schon Glückserlebnisse? Mitarbeitende sollen ihre optimale Leistung abrufen. Dies gilt beim gesamten Employee Life Cycle – vom ersten Arbeitstag bis zum Austritt. Für den Erfolg des Unternehmens. Das erfordert eine neue Sicht auf die Funktion der Personalarbeit.

Beim traditionellen Personalmanagement stehen Prozesse im Vordergrund. Bei der erlebnisorientierten Personalarbeit steht der Mitarbeitende im Zentrum. Die Leitfrage, welche die Sicht verändert: Wie schaffen wir die Voraussetzungen, damit sich unsere Mitarbeitenden maximal engagieren?

Es geht nicht um eine interne Spasskultur. Auch nicht um Kuschel-HR. Denn die Erlebnisse, die wir schaffen, haben einen klaren Zweck: Sie sollen Mitarbeitende glücklich machen. Weil Glückliche Mitarbeitende mehr leisten als unglückliche. So viel ist klar. Tiefe Kenntnisse der internen Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse sind zwingend. Nur so kann man die Mitarbeiterreise im Unternehmen steuern. Die Destination für alle heisst: grossartige Resultate. Und alle Erlebnisse müssen zum Unternehmen passen. Sonst sind sie unglaubwürdig.

Mitarbeitende unterstützen statt verwalten

Bei einem unserer Kunden hat gerade eine neue Kommunikationschefin ihren Job angetreten. Ihre Ankunft wurde über Monate mit Spannung erwartet. Ich traf sie in der zweiten Arbeitswoche. Sie konnte mir keine Visitenkarte geben. Sie hatte noch keine. Das ist ein ganz kleines, unbedeutendes Element des Employee Life Cycles, doch es spricht Bände. Anders macht es die Personalchefin eines grossen Onlinehändlers. Schon vor dem Firmeneintritt erhalten die neuen Mitarbeitenden ein Paket mit T-Shirts, Wasserflasche und einem Hoodie mit Firmenlogo. Am ersten Arbeitstag stehen die neuen Mitarbeitenden freudestrahlend mit der Firmenkluft an der Tür.

Berufliche Entwicklung ist immer verbunden mit persönlichen Lebensphasen. Was kann ich also für eine junge Mutter tun, die wieder arbeiten will? Können wir ihr als Arbeitgeberin helfen, die kleinen, ganz normalen Notfälle besser zu meistern? Und wie wär’s mit einer Kinderbetreuung, die Heinzelmännchen spielen kann?

Damit Mitarbeitende besser werden, brauchen sie Feedback. Wir wollen doch, dass unsere Mitarbeitenden möglichst schnell aus Fehlern lernen und aus Erfolgen noch mehr positive Energie gewinnen. Würden wir dann ein Formular „Jährliches Mitarbeitergespräch“ so bauen, wie es heute in den meisten Firmen aussieht? Kaum.

Bonus ist eine tolle Sache. Er ist berechenbar und wird (vermeintlich) gerecht verteilt. Wir haben Menschen, die tolle Dinge leisten. Wir überlegen uns, wie wir uns bei ihnen bedanken wollen. Julia hat ihr Projekt erfolgreich abgeschlossen. Überweisen wir ihr dann einfach etwas Geld auf das Lohnkonto? Nein! Sie bekommt einen Blumenstrauss vom CEO mit einer handgeschriebenen Karte. Das wäre doch ein Erlebnis!

Au revoir am Ende des Employee Life Cycle

Mitarbeitende, die das Unternehmen verlassen, wollen wir möglichst rasch loswerden. Ihre Zeit ist abgelaufen. Sie geben nur noch Aufwand und diesen gilt es so gering wie möglich zu halten. Wenn nur dieses lästige Zeugnis nicht wäre. Die volle Konzentration gilt der Rekrutierung der Nachfolge.

Wenn uns ein Freund für eine lange Reise verlässt, dann versuchen wir, Kontakt zu halten. Wenigstens mit Grüssen per Social Media. Wenn die Arbeit mit einem Kunden abgeschlossen ist, wollen wir ihn wenigstens als gute Referenz gewinnen. Im Gegensatz dazu sind Exit Interviews lästige Pflichtübungen. Richtig? Eigentlich nicht. Sie sind eine Quelle für wertvollstes Feedback. Mitarbeitende, die das Unternehmen verlassen, sind unsere Botschafter und bilden einen wichtigen Teil unserer Mitarbeitermarke. Wir sollten sie nicht nur gut pflegen, sondern auch darauf abzielen, dass einige davon hoffentlich den Weg zurück finden werden. Wie wäre es, ehemalige Mitarbeitende ein halbes Jahr nach ihrem Abschied auf einen Kaffee einzuladen? Haben Sie schon an eine jährlich stattfindende Party für ehemalige Mitarbeitende gedacht? Das alles sind mögliche Ansätze, um einen Employee Life Cycle zu erstellen.

Fazit

Gehen Sie über die Bücher und fragen Sie sich jeden Tag: Mache ich Personaldienst oder schaffe ich Glückserlebnisse für meine Mitarbeitenden? Werden Sie zum Gestalter von unvergesslichen Momenten: Vom ersten Kandidatenkontakt bis zur Pflege der Beziehungen mit den Alumni. Mit einem Ziel: das Unternehmen mit einem gesunden Employee Life Cycle erfolgreich machen.

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