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Das Skater-Mindset

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von Annina Brühwiler
#Motivation #Mobilisieren #Dies und das
Innovation klingt nach Wagnis, Risiko, Neuland. Kreativ sein, mit Leidenschaft dranbleiben. Was für viele beim eigenen Sport als selbstverständlich gilt, wird in der Business-Welt zum unüberwindbaren Hindernis. Dabei können wir so viel vom Sport lernen. Nehmen wir das Beispiel Skateboarding.
Wer mich kennt, weiss: Ich lege eigentlich jeden Weg auf dem Brett mit vier Rollen zurück. Egal, ob zum Einkaufen, ins Büro oder zu Kunden. Und wer sich mit mir über diesen Sport unterhält, merkt schnell: Da geht es um mehr als um «schneller vorwärtszukommen» und cool sein. Skateboarden heisst, den Asphalt und steile Strassen zu lieben. Wagnisse eingehen, vollen (Körper-) Einsatz zeigen. Verrückt sein. Es geht um Leidenschaft und um Durchhaltewillen. Lernen kann dabei ganz schön weh tun. Alles Punkte, die auch im Unternehmen von Bedeutung sind. Ich zeige Ihnen, was Sie vom Skater-Mindset lernen können.

Hinfallen gehört zum Lernprozess

Die wenigsten stellen sich zum ersten Mal auf ein Skateboard, um im Feierabendverkehr an der Zürcher Langstrasse entlangzufahren. Ich habe meine ersten Geh- resp. Rollversuche auf einer autofreien Nebenstrasse gemacht und zwar mit der entsprechenden Schutzausrüstung. Schoner und Helm haben mich nicht davor bewahrt, hinzufallen. Das tun sie auch heute nicht. Aber es ist dann etwas weniger schmerzhaft. Und ja, ich falle immer wieder hin, auch wenn ich bereits als GORILLA-Instruktorin der nächsten Generation das Skaten beibringe. Schliesslich will ich ständig besser werden, Neues dazulernen, weiterkommen. Das lebe ich auch den Kids vor: Hinfallen gehört zum Lernprozess. So fällt es mir auch leichter, grössere «Crashes» wegzustecken.
Auch bei der Arbeit bin ich schon auf die Schnauze gefallen, habe Fehler gemacht. Zum Glück in einem Umfeld, in dem dies erlaubt ist, da Eigeninitiative und Ausprobieren bei DoDifferent erwünscht sind. Daraus konnte ich viel lernen. Diese Erfahrung sollten auch Ihre Mitarbeitenden machen. Motivieren Sie die Mitarbeitenden, etwas Neues oder Anderes zu versuchen. Schaffen Sie einen geschützten Rahmen, der fürs Ausprobieren geschaffen ist. Das können Innovationslabore sein, bei denen an neuen Prototypen herumgebastelt wird, bevor sie in Grossauflage produziert werden. Machen Sie den Mitarbeitenden klar: Hinfallen ist erlaubt, ja sogar erwünscht. Jeder Fehlversuch, jeder Misserfolg in diesem geschützten Rahmen ist ein Schritt hin zum Erfolg. Als Vorgesetzte/r nehmen Sie dazu eine Vorbildrolle ein. Die Mitarbeitenden zu führen heisst nicht, nie hinzufallen. Sondern vorzuleben und aufzuzeigen, wie man möglichst schnell wieder aufsteht und nochmals einen Versuch wagt. Die Idee von «Fail fast, fail often» ist ja im Unternehmenskontext kalter Kaffee. Worauf warten Sie noch?

Sich mit Gleichgesinnten austauschen

Klar, jeder kann sich ein solches Ding mit vier Rollen kaufen und sich daraufstellen. Das habe ich am Anfang, vor ungefähr drei Jahren, auch gedacht. Meine Motivation und Euphorie war bald wieder verflogen. Sich alleine die Knie aufschürfen und wieder aufstehen macht nicht wirklich Spass. Mit der fehlenden Motivation flachte auch meine Lernkurve schnell ab. Lange dachte ich, ich wäre die einzige erwachsene Frau in Zürich, die noch Skaten lernen will. Der Durchbruch und der Spass kamen, als ich 2016 zum ersten Mal an einem «Women’s Longboard Camp» teilnahm. Zu meinem Erstaunen war ich die Jüngste im Camp. Schnell lernte ich andere Frauen in und um Zürich kennen, mit denen ich noch heute trainiere oder an Events und Rennen teilnehme. In diesem und weiteren Camps erhielt ich Tipps, wie ich die Füsse aufs Brett stellen muss oder worauf ich mich fokussieren soll. Scheinbar unwichtige Details, für mich jedoch bahnbrechend. Und schon klappte der Trick. Wenn auch nicht beim allerersten Mal.
Als Einzelkämpfer hat man es auch in der Berufswelt schwer. Vor allem, wenn man im eigenen Unternehmen als einer der wenigen unkonventionelle Wege gehen, Innovation schaffen, etwas Neues anpacken will. Viele verwerfen eine Idee wieder, um sich nicht alleine mit einer neuen Herausforderung durchschlagen zu müssen. Die Alternative? Suchen Sie nach Gleichgesinnten. Wenn nicht im eigenen Unternehmen, dann halt in anderen. Gehen Sie an Veranstaltungen, lernen Sie neue Leute kennen und vor allem sprechen Sie mit diesen über Ihre Ideen, aber auch über Hürden und Herausforderungen. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie neue Inputs und Denkanstösse bekommen, von denen Sie im Berufsalltag profitieren können. Aber oft müssen Sie gar nicht so weit suchen: Tauschen Sie sich mit ihren Mitarbeitenden aus. Oft schlummern im eigenen Haus wertvolle Ideen, die Ihre Firma weiterbringen.

Der Zweck der Übung: Warum mache ich das eigentlich?

Diese Frage wird mir oft gestellt. Warum tu ich mir das an? Warum nehme ich Schürfungen, blaue Flecken, ja sogar ein gebrochenes Bein in Kauf? Düse ich mit dem Skateboard herum, um cool zu sein? Ja, vielleicht auch ein bisschen. Aber hauptsächlich geht es mir ums Abenteuer, eben das Gefühl etwas zu wagen, ein Risiko einzugehen und jedes kleine Erfolgserlebnis, jeden Fortschritt zu feiern. Den Körper zu spüren und gleichzeitig dieses Gefühl von Freiheit, wenn mir der Fahrtwind durch die Haare weht. Auch der sportliche Lifestyle spricht mich an. Ich weiss also genau, warum ich diese Sportart gewählt habe. Aufhören ist keine Option, auch wenn ich mir diesen Sommer das Bein gebrochen habe. Kaum verheilt, schon zurück auf dem Brett. Aber so begeistert ich davon bin, so wenig kann ich meine Nicht-Skate-Freunde davon überzeugen, das jetzt auch toll zu finden oder gar zu skaten beginnen.
Diese Erkenntnis ist auch für Unternehmen und deren Erfolg entscheidend. Wenn die Mitarbeitenden sehen, warum sie diese oder jene Tätigkeit machen, steigt die Motivation. Es ist wichtig, als Firma den Sinn, den Zweck einer Aufgabe zu definieren. Die Vision und Mission zum Leben zu erwecken und damit Mitarbeitende anzuziehen, die sich mit dieser Vision und den Werten identifizieren können. Eine Kultur, in der die Werte gelebt werden. Wenn alle am gleichen Strang ziehen und für ihre Arbeit und den Arbeitgeber brennen, bringen sie die Organisation weiter. Sie können niemanden dazu zwingen, Ihre Vision zu mögen. Deshalb ist es umso wichtiger, von Anfang an die richtigen Mitarbeitenden zu finden. Jene, die dafür brennen. Mit einem eigenständigen Employer Brand ziehen sie die Leute an, die zählen.

Fazit

Man kann nicht von heute auf morgen auf ein Skateboard stehen und Contests gewinnen. Noch weniger kann man jemanden dazu zwingen, überhaupt auf ein Board zu stehen. Dasselbe gilt für Unternehmen und Mitarbeitende. Erfolg ist ein Prozess, bei dem ausprobieren, üben, hinfallen, wieder aufstehen, dazulernen und daran glauben dazugehören. Man hat nie ausgelernt. Und wie beim Skaten braucht es Überzeugung, Identifikation mit der Tätigkeit, eine grosse Portion Mut und viel Ausdauer. Und man muss auch ein paar blaue Flecken und Schürfungen wegstecken können.
Wer mutig genug ist und gerne etwas Neues wagen will, lade ich gerne zu einer Skateboard-Lektion ein. Wie? Ganz einfach bei mir unter annina.bruehwiler@dodifferent.com melden. Und allen anderen steht das DoDifferent-Team gerne als Berater für Innovation, Unternehmenskultur, Transformationsprozesse und Mitarbeitermobilisierung zur Seite.
PS: Das ist Employer Branding: Lassen Sie Ihre Mitarbeitenden ihr Wissen teilen, geben Sie Ihnen ein Gesicht, und stellen Sie die Personen mit ihren Charakteren vor. Jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten und im besten Fall ergänzen sich diese mit dem Arbeitgeber. Genau wie bei uns: Mit dem Rollbrett zu Kundenterminen – DoDifferent eben. Hier gibt’s übrigens Bilder von meinen Abenteuern auf vier Rollen.

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