HR Trends für 2018 DoDifferent

10 HR-Trends für 2018

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von Christoph Jordi
#Trend #Agile Organisation #Praxistipps #Transformation
Wir haben Ihnen die 10 wichtigsten HR Trends für 2018 aufbereitet. Die Botschaft? Wir müssen Transformer sein. Das Thema digitale Transformation ist unsere Nummer eins. Irgendwie ist alles damit verhakt: Damit alles bleibt wie es ist, müssen wir alles verändern. Für uns als Personalverantwortliche gibt es dabei nur eine Rolle: die Hauptrolle. Wir zeigen, was Sie tun müssen.

1. Transformer sein

Stelleninserate aufschalten, Vorstellungsgespräche durchführen und Arbeitszeugnisse erstellen? Vorbei. Unser Job: Die Mitarbeitenden und somit die Organisation fit machen. Was heisst Agilität für Ihr Unternehmen? Ganz konkret? Wie den Abbau von Hierarchien beschleunigen? Wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern? Den Wandel gestalten, anstatt ihm mit aufgerissenen Augen entgegenzublicken. Transformation beginnt immer vor der eigenen Bürotür. Rucksack packen und Komfortzone verlassen. Die eigenen Prozesse digitalisieren, automatisieren, delegieren. Zeit gewinnen für die wichtigste Aufgabe: Transformer sein.

2. Permakulturen bauen

„Das Gärtlidenken ist der Tod des Geschäftserfolges. Gesucht: Landschaftsarchitekten, die Floristen und Gemüsegärtner zusammenbringen. Permakulturen einführen und Grünanlage und Beton-Bauten optimal kombinieren. Fördern wir die Zusammenarbeit und somit den Wissenstransfer zwischen Jung und Alt, zwischen Neuling und alten Hasen im Business, zwischen Logistik und Marketing, zwischen Lehrling und Management. Besonders bei den Mitarbeitenden 45+, der sogenannten Aging Workforce, schlummert ein grosses Potential.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Aging Workforce aktivieren.

3. Performance managen

Mit Spass und Neugier messen wir per Smart Watch unsere zurückgelegten Schritte und verbrannten Kalorien. Wenn es um die körperliche Fitness geht, sind wir Weltmeister im Sammeln von Daten. Wie steht es um die Fitness im Job? Ums Auswerten von Zielen und Leistungen? Schaffen Sie Performance Management Tools, mit denen sich Ihre Mitarbeitenden selbst messen können. Mit denen Feedbacks vom ganzen Team und nicht nur vom direkten Vorgesetzen festgehalten werden. Mit kurzfristigen Zielen und Schwerpunkten. Dazu muss es regelmässige Standortbestimmungen geben, mehrmals im Jahr, nach jedem Projekt. Schliesslich Überprüfen wir unsere Fitness-Training auch nicht nur einmal im Jahr. Vergessen sie die herkömmliche Mitarbeiterbeurteilung. Je schneller desto besser.

4. Generalisten einstellen

Der Radiojournalist macht Radiobeiträge, der Zeitungsjournalist schreibt Artikel und der TV-Mann schneidet seine Video-Reportage zusammen. Jeder ist in seiner Welt und hält die eigene für die beste. Heute muss der Zeitungsjournalist auch noch ein Video für Social Media schneiden und ein Interview für die Radio-Nachrichten aufnehmen. Der Trend: Multitalente sind gefragt, die bereichsübergreifend eingesetzt werden können. Und vernetzt mitdenken. Wissbegierige Mitarbeitende, die sich an ihren immer wieder neuen Aufgaben entwickeln wollen und am besten ohne Stellenbeschrieb arbeiten. Der Spezialist wird weniger gefragt, weil er dem Unternehmen nur kurzfristigen Nutzen bringt und deshalb am besten als Freelancer zum Einsatz kommt.

5. Lernen „to go“ etablieren

Schicken Sie Ihre Mitarbeitenden immer noch in Seminare oder lernen sie schon, was sie wirklich brauchen? Mehr Learning by Doing, organisierten Wissenstransfer mit selbstgemachten Kurzvideos und E-Learning. Mit Elementen von Gamification. Die Teilnehmenden gestalten ihre Unterrichtsblöcke individuell. Gefässe schaffen, die den Mitarbeitenden schnellen Wissenszugang ermöglichen: Mini-Sessions, geteilte Hacks, interne Blogs. Vergessen sind die Nominierungsrunden für Führungskurse! Freiwillige offene Challenges, (Zukunfts-) Expeditionen, Meet-ups und Hackathons stattdessen.
Wir nehmen Sie und Ihre Mitarbeitenden mit auf Expeditionen in die Zukunft.

6. Verantwortung teilen

Prozesse beschreiben, Kompetenzordnungen definieren, Organigramme, Stellenbeschriebe; alles Zeitverschwendung. Lassen Sie ihre Mitarbeitenden arbeiten! Das agile Manifest gibt die Richtung vor: Individuen und Zusammenarbeit kommt vor Prozessen und Werkzeugen. Funktionierende Produkte und Dienstleistungen sind wichtiger als Stellenbeschriebe. Gutes Kundenfeedback zählt mehr als lange Vertragsverhandlungen. Agile Anpassungen an neue Bedingungen sind wichtiger als das Einhalten eines fixen Planes. Das funktioniert nur, wenn wir den Mitarbeitenden vertrauen und davon ausgehen, dass sie das Beste für die Unternehmung und den Kunden wollen. Das ist eine Frage der Unternehmenskultur und nicht eine Frage eines korrekten Compliance Leitfadens.

7. Maschinen arbeiten lassen

Robotisierung und Digitalisierung haben ihre Vorteile: Lassen Sie Routine- und Rechenarbeit von Maschinen übernehmen. Und setzten Sie menschliche Intelligenz und Kreativität dort ein, wo sie einen Mehrwert schaffen. Kreative Problemlösungsprozesse, Beziehungspflege, Trouble Shooting, schnelle Reaktion auf Opportunitäten. Lohnbuchhaltung, Mitarbeiteradministration und alles was eine intelligente Maschine im HR lernen kann: Delegieren.

8. Stellenbeschriebe beerdigen

Job Splitting und Job Crafting sind ein Powercouple. Für Sie bedeutet das, anstehende Projekte und Aufgaben mit Interessen und Kompetenzen der Mitarbeitenden zu kombinieren – laufend, fliessend. Die Abteilung, der Chef und der Stellenbeschrieb – alle tot. Teams teilen sich arbeiten selber zu. Ihr Ansporn? Projekte ins Ziel bringen. Dafür multiple Mitarbeiterkompetenzen optimal nutzen. Wir organisieren interne Projektmarktplätze, offene Ausschreibungen für Teams die noch intern nach Verstärkung suchen. Heute Projektleiter zu hundert Prozent, morgen Projektmitarbeiter zu sechzig oder vielleicht mal zwei Monate am Empfang arbeiten. Alles möglich. Wenn man wirklich will.
Hier geht’s zu unserem Blog über Job Splitting.

9. Mitarbeitererlebnisse schaffen

Der Kunde steh im Zentrum. Ein professionelles Customer Relationship Management ist der Erfolgsfaktor dazu. Was beim Marketing seit 20 Jahren Standard ist, fordert von uns einen Perspektivenwechsel. Der Trend heisst Employee Experience. Eine inspirierende Arbeitsatmosphäre, Infrastruktur und passende Benefits sind gefragt. Das umfassende Mitarbeitererlebnis von der Bewerbung bis zum Alumni Management. Zauberwort: Employee Journey Design. Tönt ziemlich abgefahren, hat aber klare Ziele: Bessere Produktivität, Steigerung der Innovationskraft, Stärkung der Resilienz. Und einen starken Arbeitgeberauftritt.

10. Employee Advocacy nutzen

Mitarbeitende sind die wichtigsten Botschafter des Unternehmens. Und sie erreichen Zielgruppen, die die Unternehmung mit keiner noch so ausgeklügelten Marketing- oder Recruiting-Kampagne bezahlen kann. Deshalb: Mitarbeiter als Multiplikatoren einsetzen. Befähigen Sie Ihre Mitarbeitenden, die sozialen Netzwerke richtig zu nutzen. Mitarbeitende sollen auf ihrem privaten Social Media Profil über den Arbeitsalltag berichten, Stelleninserate teilen oder Beiträge liken. Das ist ein Aufruf an die Marketingabteilung – das Kosten-/Nutzen Verhältnis ist unschlagbar.

Fazit

HR ist keine Abteilung mehr. Es sind die Mitarbeitenden, die sich als Team für eine optimale Produktivität der Mitarbeitenden einsetzen. HR-, Projekt- und Linienfunktionen zerfliessen. Transformation muss von diesem Team getrieben werden. Digitalisierung, Roboter, Maschinen, Technologien, künstliche Intelligenz: Treibstoff. Der Mensch soll im Zentrum stehen. Sonst geht gar nichts. Denn: Menschen machen Marke.

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Kommentare:

  • Lieber Christoph

    Habe die Trendliste schon mit Spannung erwartet :-)

    Wertvolle und nachvollziehbare Liste! Und doch steht über allem, dass sich „HR-ler“ als erstes selber (noch mehr) transformieren müssen, wenn sie die Hauptrolle wirklich einnehmen wollen …

    PS: Permakultur -> tolles Wort!

    12. Januar 2018 at 10:53
  • Christoph

    Lieber Andreas
    Danke für das Feedback. Es fängt vor der eigenen Türe an. Das schleckt keine Geiss weg – wie man so schön sagt!
    Hier noch mehrzum Thema Beckenrandschwimmer – aber das hast Du ja sicher schon gelesen ;-))
    Happy D!Day und beste Grüsse
    Christoph

    12. Januar 2018 at 12:18
  • Das liest sich für mich eher wie eine Wunschliste :) Dennoch… wäre schön, wenn das ein oder andere davon mehr und stärker beherzigt würde (Punkt 8 gefällt mir super). Aber dafür haben wir leider in den meisten viel zu verhärtete Strukturen und verknöcherte Gestalten in Entscheiderpositionen, die ein solches „Aufbegehren von unten“ im Keim ersticken würden. Nichtsdestotrotz tolle Denkanstöße. Auf ein agileres HR in 2018 (und darüber hinaus)!

    12. Januar 2018 at 16:59
  • Christoph

    Lieber Henner
    Danke für Deinen Kommentar. Toll, dass Du uns liest.
    Auch wenn bei einigen Trends der Wunsch Vater des Gedankens ist – Wünsche wecken Begehrlichkeiten und Begehrlichkeiten rufen nach Taten. Ich glaube die vielerorts dringende (R)Evolution der HR Funktion muss zwingend (auch) von „oben“ kommen. Viele Unternehmen, und ganz besonders die Personaler, stehen vor der digitalen Transformation wie der Ochs vor dem Berg. Und lange sollte man da eigentlich nicht stehen bleiben, wenn man als Unternehmen nicht rechts überholt werden will. Das wird dazu führen, dass viele Unternehmen keine Wahl mehr haben. Sie müssen sich bewegen. Dass dabei der Weg über den grössten Ausgabenposten (Personal) führt – ist offensichtlich. Effiziente Personalführung muss zwingend agiler, flexibler, offener sein. Und da habe ich viel Hoffnung, dass etwas passieren wird. Ganz bald.
    Herzliche D!Grüsse

    Christoph

    14. Januar 2018 at 16:28

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