Abschalten

#8 Abschalten

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Von Annina Brühwiler
Das Wort Work-Life-Balance habe ausgedient, neu heisse es Work-Life-Blending. Alltag und Arbeit verschmelzen in einander, der Feierabend ist Geschichte. Gründe dafür sind die Digitalisierung, flexible Arbeitsmodelle und der ständig wachsende Anspruch, 24/7 erreichbar zu sein. Als Digitaler Nomade habe ich die volle Portion Work-Life-Blending. Nicht nur für DoDifferent, sondern auch für den Skate Park in Bali (siehe #3 Der andere Arbeitgeber) bin ich ständig erreichbar, checke regelmässig meine Tasks und Projektstände auf Asana, betreibe Social Media Monitoring und erledige meine Aufträge. Manchmal auch abends um zehn Uhr, manchmal im Flugzeug. Und mit Erschrecken stelle ich fest: In den letzten zwei Monaten gab es nur einen einzigen Tag, an dem mein Computer nicht eingeschaltet war. Und Instagram-Verantwortliche für den Skate-Park hin oder her, auch privat vertrödle ich zu viel Zeit am Handy. Es ist an der Zeit mal abzuschalten!
So kommt es mir ganz gelegen, dass bei meinem letzten mehrtägigen Ausflug in die Pampa eine schnelle Internetverbindung Mangelware ist. Ganz zu schweigen von den Funklöchern. Mit viel Däumchendrehen und tiefem Durchatmen („Ihre Seite wird geladen.“) erledige ich in einem Warung (Restaurant) die letzten dringenden Tasks, bevor ich den Laptop herunterfahre. Ich habe sowieso erst wieder in Bali gescheites Internet. Aufträge können getrost bis Montag warten. Anstatt ständig auf das Handy zu schauen, lasse ich meine Gedanken frei herumschwirren. Natürlich landen sie ab und zu bei der Arbeit. Wie soll ich die neue Startseite gestalten? Worüber schreibe ich meinen nächsten Blog? Wie könnte ich den nächsten Event noch promoten? Diesen und anderen Fragen kann ich ungezwungen, ganz ohne Druck nachgehen. Und während ich hinten auf dem Roller sitze und zum nächsten Wasserfall fahre, kommen mir plötzlich zündende Ideen.
Disconnect to reconnect. Abschalten und Inspiration finden. Manchmal muss man zum Glück gezwungen werden. Ich werde in Zukunft jedoch versuchen, auch bewusst mal abzuschalten. Denn die (Arbeits-) Welt geht nicht unter.

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