Der Arbeitsweg

#1 Der Arbeitsweg

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Statt „S12 von Winterthur nach Zürich“, heisst es jetzt täglich „Roller fahren in Canggu“. Für umgerechnet drei Franken pro Tag miete ich einen Roller, der mich vom Hostel an Reisfeldern vorbei zu Internet Cafes, dem Skate Park, zum Surf Spot, zu Tempel und anderen Sehenswürdigkeiten, zu Warungs (traditionelle Restaurants) oder zum nächsten Supermarkt fährt. Während die löchrigen Strassen noch verstopfter als die SBB beim Pendler-Peak sind, habe ich auf dem Roller immerhin einen Sitzplatz auf sicher. Je nach Sonneneinstrahlung und Kleidung muss ich jedoch aufpassen, dass ich mir den Hintern nicht verbrenne. Das schwarze Sitzleder kennt keine Gnade.
An den Linksverkehr habe ich mich schnell gewöhnt, ich bin schon öfter im Linksverkehr gefahren. Das ständige Gehupe verunsichert mich aber. In Indonesien gilt Hupen nicht etwa als unhöfliche Aufforderung zum Weiterfahren, sondern als gutgemeinter Warnhinweis, dass jetzt überholt wird, rechts oder links. Und dass ich mich nicht an Ampeln halten muss, wurde mir auch schnell klar. Würde ich abbremsen, sobald sie auf Rot schaltet, würde ich eine Massenkarambolage verursachen. Entsprechend musste ich schmunzeln, als mir eine Kollegin empfahl, die Ampelfarben lediglich als „Empfehlung“ zu betrachten. Es gilt also: Aufmerksam bleiben und sich dem Fluss der Töffli-Schwarmintelligenz hingeben. Von diesem menschlichen Algorithmus könnte die eine oder andere Maschine noch etwas lernen. „Just go with the flow!“

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