Open Space

HR BarCamp Zürich: Kreativer Austausch und Trends

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Von Dejan Popovic
Aufgeschnappte Tweets mit dem Hashtag #hrbarcamp überzeugten mich, die Erfolgsstory des Zürcher HR BarCamps live mitzuerleben. Über 100 Teilnehmende kreierten einen bunten Mix rund um das Thema Human Ressources Management.
Von Recruiting über Personalmarketing, von Talent Management bis zu Employer Branding, HR Innovation, the Future of Work und vieles mehr. Noch einige Facts zum HR BarCamp: 1 ausverkauftes HR BarCamp, 28 Sessions, 7 Räume, 409 Tassen Kaffee, 120 Teilnehmer und eine TOP Organisation.

Open Space

Für jene, die nicht wissen, wie ein BarCamp funktioniert, noch eine kurze Erklärung. Ein BarCamp basiert auf der Open Space Methode. Open Space wendet man vor allem dann an, wenn Themen von einer grossen Gruppe unter verschiedenen Aspekten beleuchtet und diskutiert werden. Mit dem Ziel, kreative Lösungen zu entwickeln. Zu Beginn ist die Agenda (Themenübersicht) leer. Die Teilenehmenden können ein Thema einbringen. Sie stellen es kurz vor und hängen es an die Agenda. Anschliessend werden die eingereichten Themen in offenen und dynamischen Kleingruppen diskutiert und dokumentiert. Open Space definiert vier Regeln und ein Gesetz:

  • Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute
  • Was auch immer geschieht, es ist das einzige, was geschehen konnte
  • Es beginnt, wenn die Zeit reif ist
  • Vorbei ist vorbei – nicht vorbei ist nicht vorbei
  • Das «Gesetz der zwei Füsse»
Das Gesetz besagt, dass die Teilnehmenden den Verlauf des Open Space selber bestimmen, indem sie eine Diskussion nur so lange besuchen, bis sie entweder nichts mehr zum Thema beitragen können/möchten oder nichts mehr aus der Diskussion lernen. Dann wendet man sich einem anderen Thema zu. Der wesentliche Vorteil der Open Space Methode: Es werden wirklich nur jene Themen diskutiert, die von vielen Teilnehmenden als relevant und interessant betrachtet werden. So funktioniert übrigens auch unser 24thinkpark.
Für mich stellte sich auf dem Marktplatz der Themen und Ideen folgende Frage: Wie decken sich die wirklich relevanten und spannenden Themen und Trends im Bereich des Human Ressources Managements mit den Themen, mit denen sich DoDifferent beschäftigt? Um das «Gesetz der zwei Füsse» nicht zu strapazieren, habe ich mich entschieden, die vier wichtigsten Themen kurz zu erläutern.

1. Generationenmanagement

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Im unternehmerischen Alltag wirken aktuell vier Generationen zusammen: «Baby Boomer», «Generation X», «Generation Y» und «Generation Z». Diese Altersdiversität erfordert ein aktives Management wie auch ein neues Denkmuster in der Organisation. Erfolgreiche Unternehmen sehen in der Altersdiversität ihrer Mitarbeitenden eine Chance. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Generationen nachhaltig zu fördern.

2. Aging Workforce

Unternehmen werden sich in den kommenden Jahren mit dem Thema Aging Workforce beschäftigen müssen. Der demografische Wandel führt zu einer Überalterung der Gesellschaft. Die Babyboomer kommen ins Pensionsalter und das bestehende Wissen im Unternehmen geht verloren. In vielen Branchen wird der Fachkräftemangel zum Tragen kommen. Nicht nur die Digitalisierung und Globalisierung, sondern auch die Aging Workforce bietet Chancen für eine neue Vitalität der Unternehmen und ist eine lohnende Investition in die Zukunft des Unternehmens. Das Resultat: motivierte Mitarbeitende, effizienter Wissenstransfer und erhöhte Resilienz in der Organisation.

3. Digitalisierung

Wir alle erleben die Digitaliserung und die stärkere Vernetzung unserer Lebenswelt sowohl privat, als auch in unserer Arbeit. Die Arbeitswelt verflüssigt sich. Die Digitalisierung ist ein Katalysator und Verunsicherer, der Unternehmen herausfordert und folgende Fragen aufwirft:

  • Wie digitalkompetent sind die Mitarbeitenden?
  • Wird beim Einstellungsgespräch die Digital Literacy geprüft?
  • Wird die Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich angepasst?
  • Wie wirkt sich der Gedanke der digitalen Fitness auf die Mitarbeitenden aus?
  • Wird im Unternehmen unterschieden zwischen technologischen Skills und digitalen Skills?
Die Fragen der Zukunft lassen sich nicht mit den Methoden und der Denkweise der Vergangenheit beantworten. Daher braucht es angesichts der Digitalisierung ein neues Verständnis der Kompetenzen und Unternehmensführung. Kompetenzen wie Kreativität, Flexibilität, kritisches und systematisches Denken, komplexe Problembewältigung und Entscheidungsfähigkeit werden, laut dem Bericht «The Future of Jobs» des World Economic Forums, für die Zukunft immer wichtiger. Die Koordination der Abläufe, die Steuerung der Kommunikation und das Treffen von eigenverantwortlichen Entscheidungen werden zukünftig auf die tägliche Arbeit einwirken. Die Anforderungen und die Umgebung verändern sich stetig. Dies führt dazu, dass sich die einzelnen Mitarbeitenden entsprechend weiterentwickeln müssen. «Lebenlanges Lernen» ist unerlässlich.

4. People Analytics

Die Sammelwut von Daten hat auch seit einiger Zeit das HR erfasst. Das tun die meisten Unternehmen. Soweitsogut. Nur bringt das nichts, wenn die entsprechenden Informationen auf dem Datenfriedhof des Unternehmens verstauben und nicht zielgerichtet und systematisch genutzt werden. Alles lässt sich analysieren (Absenzen, Leistung, Motivation und Verhalten). Und es gibt überall Zusammenhänge und mögliche Entwicklungen, die man aus den vorhanden Daten erkennen kann. Ein spannendes, aber auch kontroverses Thema ist die Anreicherung der Daten mit den digitalen Spuren, die Mitarbeitende täglich hinterlassen. Interessant sind insbesondere interne Kommunikations- und Kollaborationssysteme. Man analysiert dabei, wie eng die Unternehmensbereiche vernetzt sind, wie hoch der Wissenstransfer ist und wo die Meinungsbildner und Experten in der Organisation zu finden sind. Leider wird das Potential der Daten im HR noch unterschätzt. Eine konsequente Nutzung ist ein klarer Vorteil fürs HR. Als Beispiel kann die Wirksamkeit der HR Massnahmen nachgewiesen werden und deren Einfluss auf den Geschäftserfolg.

Quintessenz

Das dritte HR BarCamp Zürich war ein voller Erfolg. Es wurden die HR relevanten Themen präsentiert und rege diskutiert. Die Diskussionen waren spannend und interessant. Geschätzt habe ich vor allem auch den informellen Austausch und die weiterführenden Gespräche ausserhalb der einzelnen Sessions. Und ich bin davon überzeugt, dass die Personaler in der Schweiz auf dem richtigen Weg sind und sich den Herausforderungen der Zukunft stellen. Im Weiteren wird man mich auch nächstes Jahr beim vierten HR BarCamp Zürich antreffen. Ich freue mich darauf, Sie dort persönlich kennenzulernen.

Wir bei DoDifferent beschäftigen uns mit den unterschiedlichsten Themen und Trends, um zusammen mit unseren Kunden die Arbeitswelt in der Schweiz zu revolutionieren.

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